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Aghiatrias - Epidæmia Vanitatis
(CD, Integrated Music Records)
Kaum zu glauben, welch dichte
Musik sich mit Synthesizern schaffen lässt. Wer die elektronischen Instrumente
nur von den unzähligen unseligen Synthie Pop-Bands kennt, wird hier sein
tiefschwarzes Wunder erleben. Orchestrale Klänge von einer bombastischen
Schwere, futuristische Geräuschorgien, gigantische industrielle Klangwelten:
Die Musik von Aghiatrias ist geradezu übermenschlich groß, lässt den Hörer
willenlos und verängstigt zurück. Bilder von surrealen, leichengrauen
Fabriklandschaften, zeitlupenhaften Aufmärschen endloser, waffenstarrender
Heere, Hexenverbrennungen und Pestepidemien werden evoziert. Vladimir
Hirsch und Tom Saivon aka Aghiatrias aus Prag schaffen gewaltige, gewalttätige
Musik, gotische Horrorsoundtracks, die sich langsam aber unaufhaltsam
entwickeln, den Hörer gefangen nehmen und ihn hinabreißen in eine Welt
des Schreckens. "Epidæmia Vanitatis" verbreitet nicht die geringste positive
Schwingung, walzt sich stattdessen wie ein tonnenschwerer Panzer durch
die Gehörgänge, kennt keine Gnade. Kann SKROL, Hirschs anderes Projekt,
durch Stimme und weibliche Energie von Sängerin Martina Sanollova noch
Kraft vermitteln, so saugt Aghiatrias jede Spur von Energie in sich auf
und verwandelt sie in pure böse Kraft. Zurück bleibt nichts als Depression
oder Hass. Referenzen zu Cold Meat-Acts wie Raison D'Etre greifen nur
auf musikalischer Ebene, inhaltlich ist es in Schweden noch nie so finster
gewesen. Der erste Release auf Integrated Music Records, dem Label des
Prager Ars Morta Universums verspricht eine hoffnungslos großartige Zukunft.
"Epidæmia Vanitatis" ist wahrhaft mystische Neoklassik, von der sich die
"evil" Nordlichter eine dicke Scheibe abschneiden können.
Titel:
1. Semen 2. Epidæmia 3. Invocatio 4. Terror
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