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Festung Kronstadt
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| Festung Kronstadt - Natur und Mensch (Passfahrten) (M.Art 4) | ||||||||||||||||||||||
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Das Leipziger Projekt Festung Kronstadt
oder besser sein musikalischer Macher SRS scheint vor Ideen nur so zu sprudeln.
Nach zwei (s. weitere Rezis) in Kleinstauflagen erschienenen und schon längst
ausverkauften CD-Trilogien legt der naturbegeisterte Industrialmusiker mit
den "Passfahrten" sein neuestes Werk einer geneigten und zwangsläufig begrenzten
Hörerschaft vor (Limitiert auf zwanzig Stück!). Was wie ein Widerspruch in
sich klingt, Natur und Industrial, weiß SRS auf eindrucksvolle Weise zu vereinen.
Seltsam unsaubere Sounds, deren Ursprung nicht einwandfrei identifizierbar
ist, die jedoch nie rein künstlich klingen, formen sich zu entrückten und
entrückenden Klanglandschaften. Wind scheint bei der Entstehung dieser Strukturen
eine wesentliche Rolle gespielt zu haben. Das Geräusch des an einem Mikrophon
vorbeistreifenden Lüftchens in mehr oder weniger verfremdeter Form ist allgegenwärtig.
Allzu viel Hektik kommt dabei jedoch nicht auf. Die Musik ist selbst in ihrer
Bewegung statisch, mantrahaft, verändert sich nur in Nuancen. Dass sie dabei
nicht langweilt, sondern vielmehr gefangen nimmt, ist die große Kunst, die
SRS immer besser beherrscht. Die Titel der einzelnen Stücke, die sich (wahrscheinlich)
auf Pässe in den Schweizer Alpen beziehen, vermitteln dem Unbedarften zwar
keine Interpretationssätze, doch lässt sich anhand der Klangkonstruktionen
ganz gut nachvollziehen, welche Stimmungen SRS beim Anblick der einzelnen
Örtlichkeiten bewegt haben dürften. So scheint der "Klausen Pass" eher noch
sehr naturnah, sturmumweht und entlegen zu sein, während der "Simpion Pass"
schon mit den "verkehrten" Vorzügen der Zivilisation zu kämpfen hat. Vielleicht
hätten Sounds wie diese auch zu einem völlig anderen Thema entstehen können,
doch verleiht ihnen die Kombination mit natürlichen Objekten eine Leichtigkeit,
die trotz des massiven Hintergrundes (Berge, Stein) keine Schwermut aufkommen
lässt. Festung Kronstadt ist trotz vergleichbarer Klangbilder wesentlich menschlicher
und entspannter als z.B. Söldnergeist und ich muss gestehen - das tut gut
bei all dem Wahnsinn um uns. Vielleicht ist es etwas gewagt, diese These aufzustellen,
aber Carlos Castaneda hätte diese Musik möglicherweise als passende Beschreibung
seiner Steinentitäten empfunden. OK, das ist jetzt sicher doch etwas zu weit
hergeholt… >>grins<< |
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| Festung
Kronstadt - Unter dem Schwyzerkreuz (Trilogie, 1CD, zwei 3''-CDs, Sturmwerk Verlag) |
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| Mit der neuen Trilogie "Unter dem Schwyzerkreuz" setzen Festung Kronstadt ihren Weg konsequent dort fort, wo sie mit Teil 3 von "und ich dachte da an…" geendet haben. Die vier Stücke auf drei CDs sind wesentlich ruhiger und sphärischer geworden und verdienen am ehesten das Prädikat "Dark Ambient". Schneidend-metallische Geräusche und Rhythmik sind fast völlig verschwunden, stattdessen gibt es schwebende, unspektakuläre Drones und fast schon niedliche Geräusche, wie Kuhglöckchen, elektronisches Katzengefiepse, Vogelgezwitscher und zufälligen Stimmaufnahmen. | ||||||||||||||||||||||
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Basis für Titel zwei ist ein sehr
dumpfer brummender Loop, der mit mahlenden, sich im Kreise drehenden Sprachsamples
garniert wurde. Alles sehr zurückgenommen und entspannt, dazu kommen wieder
Kuhglocken und die wie zufällig aufgenommenen fast, nicht wahrnehmbaren Stimmen.
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Festung Kronstadt - Sammelsurium (MC, Sturmwerk Verlag) Diese MC nennt sich Sammelsurium und doch kommt sie recht homogen daher. Fast 60 Minuten rhythmischer, minimalistischer Noise, Gerdröhne und Gebrumme. Ein Bekannter fragte mich, ob auf diesem Tape auch richtige Musik sei. Ich musste ihn enttäuschen. "Nein, ‚richtige' Musik ist hier nicht drauf." |
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Nur gelegentlich von weit zurückgemischten Stimmsamples gewürzt, bedienen die FK-Stücke auf dieser Kassette schnörkellos eine Maschinenästhetik, wie sie manchem vielleicht noch von älteren NON-Scheiben bekannt ist. Das Ganze kommt sehr suggestiv und stellenweise recht kriegerisch (Luftangriff) daher. Das ist weder abwechslungsreich noch neu, wird jedoch das Herz der Noise-Puristen erfreuen. Ganz witzig die Idee, A.H.s dämliches Gebrülle mit dem Slogan einer Versicherung zu verknispeln "Aber auch Sie sollten ihren Beitrag zur eigenen Sicherheit leisten." Ebenfalls Freude verbreitet die Verpackung in einer grauen Folie, der zwei leere Patronenhülsen beigegeben sind. Solider Industriellen-Stoff also. Einziges Manko: Manche Stücke beginnen und enden recht abrupt. |
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Extra für Veranstalter und Plattenunterhalter geschaffen wurde die Promo-CDR , die Stücke von der "und ich dachte da an…"-Trilogie sowie einige ältere Werke enthält. |
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Festung Kronstadt - …und ich dachte da an…? (3 CD-R, Eigenverlag) |
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Die Festung Kronstadt
ist ein militärischer Komplex vor den Toren St. Petersburgs, der von Peter
dem I. zum Schutz seiner Stadt errichtet wurde. Seit 1997 ist Festung Kronstadt
auch der Name für ein Leipziger Industrialprojekt, das mit "… und ich dachte
da an…?" einen Kommentar zur Lage der Welt auf drei CD-Rs präsentiert. Wer
jetzt tiefsinnig-intellektuelle Konzeptmusik erwartet, der wird sicher enttäuscht
sein. Der "Sinn" der einzelnen Stücke ergibt sich mehr durch das Artwork und
die Namen der Titel als durch den Inhalt selbst. Musikalisch bewegen sich
die Kronstädter im weiten Feld zwischen Ambient, Noise, brachialem Industrial
und solchem mit technoiden Anleihen. Während CD1 "… und ich dachte an…?" noch
eher recht simpel gestrickt und rhythmusbetont daher kommt, ist hin zu Teil
drei des Werkes "Verzweiflung und Gewalt" eine Konzentration auf das Erschaffen
dunkler, noisiger Atmosphären festzustellen, in denen das Schlagwerk eher
hintergründig wirkt. Langeweile lassen Festung Kronstadt jedoch nicht aufkommen.
Im Gegenteil: Die Idee mit den "Variationen über einen Sirenenalarm und andere
Verbrechen" (Teil 2 der Trilogie) spricht für einen gewissen Humor und einige
Standhaftigkeit im intensiven Umgang mit dem einmal gewählten Thema. Kontakt: www.festung-kronstadt.de Ein Interview mit dem Klangkollektiv findet Ihr hier. |
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