Axon Neuron und Vagwa entstanden als zwei separate Projekte mit verschiedener Ausrichtung. Heute gibt's das Ganze immer nur im Doppelpack. Warum entscheidet Ihr euch nicht für einen Namen?
Axon Neuron/Vagwa ist seit 1998 der Name meines Projekts. Es ist kein Doppelname.

Was bedeuten die Namen überhaupt?
Axon und Neuron sind biologische Begriffe. Neuronen sind Nervenzellen. Axonen sind Nervenfasern an diesen Neuronen. Nerven dienen bekanntlich der Reizübertragung. In diesem Kontext sehe ich mein Projekt. Die Bedeutung des Wortes Vagwa kennen nur wenige Eingeweihte und so soll es auch bleiben.

Du kommst aus Rostock und hast 1995 angefangen Musik zu machen. Kannst du dich noch an die ersten Tage erinnern. Wie sah die Industrial-Szene vor Ort damals aus und was hat sich seitdem getan?
Ja, ich erinnere mich noch gut daran, wie ich anfing mit primitiven Instrumenten ebenso primitiven Krach zu machen. Ich gab einige Tapes unter dem Namen Thorn und Axon Neuron mit diesen Aufnahmen heraus. Zu dieser Zeit existierte eine kleine Szene in Rostock, die speziell Industrial-Musik hörte. Aber das war nicht die Art Musik, die heute fälschlicher Weise als Industrial bezeichnet wird und zu der die Leute in der Diskothek abzappeln. 1995 eröffnete Frank Kröger den Laden "Ars Macabre" und veranstaltete einige sehr gute Festivals und Konzerte auf dem MS "Stubnitz", einem Schiff, auf dem vorrangig Konzerte und Parties stattfinden. Damals war dieses Schiff einfach Kult. "Ars Macabre" war zu jener Zeit der Treffpunkt der Szene. Frank organisiert auch heute noch Konzerte. Das letzte größere Festival namens "Collapse", veranstaltete er zusammen mit Marco Koch von Stateart. Hier zeichnete sich aber leider ab, dass das Interesse an derartiger Musik nachgelassen hat - zumindest bei den Rostockern. Natürlich gibt es auch heute noch Leute die Industrial, Ambient und andere experimentelle Musik hören, aber diese Szene gibt es nicht mehr.

Eure Musik ist sehr vielschichtig. Ihr verarbeitet auch eine Menge thematische und musikalische Einflüsse. Wie entgeht Ihr der Gefahr euch dabei zu verzetteln?
Die Musik von Axon Neuron/Vagwa ist zum größten Teil instrumental und eventuelle thematische Einflüsse sind für den Hörer nur bedingt erkennbar, es sei denn, ich verwende Titelnamen, spezielle Samples oder der Hörer sieht die Hintergrundvideos bei einem Axon Neuron/Vagwa-Konzert - dann kann man sich in gewisse Richtungen lenken lassen. Der Hörer ist dann auch derjenige der sich eventuell verzettelt - nicht ich.

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