Hier die Reaktion von einem
der debilen Newsletter-Empfänger, der trotz örtlicher Trennung
das Geschehen hier in Dresden mitverfolgt:
Ich hab zu
dem Thema kürzlich ein sehr finstres Interview mit einem Soziologen
auf TP gelesen - ich weiß nicht ob Du's kennst und ob's interessiert
- hier jedenfalls der Link: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31762/1.html
Letztlich stellt
sich mir immer mehr die Frage, ob etwa das, was die von Dir interviewten
verdienstvollen AktivistInnen überhaupt an Wirtschaftskriminalität
öffentlich thematisieren bzw. aufdecken können, nicht letztlich
doch nur vergleichsweise 'Oberflächenphänomene' sind.
Die strukturelle Durchdringung der gesamten Globalkultur mit großkapitalistischer
Ideologie (sehr schön, wie der Interviewte bei TP die Rollen der
'Funktionseliten' in diesem Spiel schildert) ist ja kaum mehr zu übersehen.
Jedwede soziologische Kritik daran läuft ab einem gewissen Level
der Radikalität (i.S.v. "an die Wurzeln gehend") Gefahr,
selbst als bloße "Gegenideologie" oder schlimmer noch:
Verschwörungstheorie - gebrandtmarkt zu werden.
Ich habe damals - es sind ja schon wieder zwei Jährchen her - fast
alles gelesen, was zur sog. "Sachsensumpf-Affäre" in den
sächsischen Zeitungen und im Netz publiziert wurde (wollte mal eine
Falldemonstration in Sachen Agendasetting und Diskurssteuerung an dem
Exempel durchführen ). Mir ist jedenfalls an jenem Beispiel klar
geworden, daß es hier und Heute durchaus Formen von (mafiöser
oder andersweitig organisierter) Großkriminalität geben KÖNNTE,
zu deren Bekämpfung keine rechtsstaatlichen Institutionen mehr bereitstünden,
(da deren Leitungsfunktionäre bereits als "Funktionseliten"
ihren Auftraggebern stärkere Loyalität entgegenzubringen lernten
als den "Buchstaben des Gesetzes"). Warum glaubt man immer,
die verbreitete Mentalität der Trittbrettfahrer, Selbstbediener und
Generalopportunisten mache vor irgendwelchen Schichten und Bildungsabschlüssen
halt? Du hattest ja die Rolle des 'übermütigen Kapitals' bei
Marx schon ganz trefflich angeführt - ich denke auch: Egal ob man
selber nur Marxist zu sein glaubt oder nicht (ich lehne es für mich
ja ab): Einige Analysen stimmen auch heut noch ganz gut - wir haben uns
in diesem ganzen
Wahnsinn nur besser eingerichtet als damals, als der Kapitalismus noch
ganz "neu" war...
Das ist hart aber ich denke,
der Herr hat Recht. Ich sag nur Sachsensumpf!