? Du hast als Domina gearbeitet. Was war da konkret Deine Aufgabe?

! Ich habe Bondage, Peitschen und Blut gemacht.

? Was muss man sich unter "Blut" vorstellen?

! Alles, wo Blut fließt: Nähen, Schneiden, Brennen, Nageln, Nadeln ...

? Wie bist Du dazu gekommen? Hast Du vorher schon einmal so etwas getan?

! S/M war schon seit einiger Zeit mein Thema, also ich habe gemerkt, dass mir das zusagt. Ich habe mich dann immer mehr damit beschäftigt, die Klassiker de Sade und Sacher-Masoch gelesen, aber auch aktuelle Sachen. Ich kann da vor allem die Zeitschrift "Schlagzeilen" empfehlen. So bin ich langsam in diese Szene "hineingeraten", was letztendlich auch dazu geführt hat, dass ich bereits in Dresden, sozusagen in Teilzeit, in einem Studio arbeitete. Hier ist aber alles eher soft, von daher kamen mir die Jobs eher wie ein Spiel vor. Ich wollte das dann richtig machen und habe eine Anzeige im Internet aufgegeben. Daraufhin erhielt ich vierhundert Angebote und ich suchte mir eins raus. Dann bin ich erstmal zwei Wochen auf Probe dahin gefahren und nachdem ich gesehen hatte, dass das Studio meinen Vorstellungen entspricht und ich mit den Leuten klar komme, bin ich dann richtig rüber.

? Warum hast Du als Domina gearbeitet?

! An erster Stelle stand das Geld. Wenn Du an einem Tag 1.000 Mark verdienen kannst, dann motiviert Dich das schon ungeheuer. Ein weiterer Beweggrund war, dass ich etwas lernen wollte. Jetzt kann ich von mir behaupten, dass ich es drauf habe, professionell.

? Was hat Dich besonders gereizt am Domina-Sein?

! Wie gesagt, das Geld spielt eine entscheidende Rolle. Aber auch, sich schick anzuziehen. Das Macht-Ding kommt erst mit der Zeit. Es ist schon ein sehr seltsames Gefühl, seine Macht zu spüren. Stell Dir vor, Du treibst jemanden zwei Nadeln durch die Brustwarzen, an die Du eine Kette mit einem Zwei-Kilo-Gewicht hängst. Dann gibst Du ihm das Gewicht in die Hand und sagst: "Lass es fallen". Und er tut es ...

? Hast Du eine Rolle gespielt? Wie ist das, wenn Du als Sylvia von der Straße kommst, durch die Tür trittst und dann jemand völlig anderes bist?

! Sicher spielt man eine Rolle. Die "Verwandlung" geschieht in der Zeit, in der man sich schminkt. Diese Vorbereitung ist wichtig. War mal kein Gast im Studio, waren alle ganz normal, was aber nicht immer so ist. Die Rolle, die man spielt, färbt auch auf das Alltagsleben ab, zum Beispiel auf den Umgangston: "Hol mir mal ..." und "Mach mal ..." - halt die Art, wie man mit Menschen umgeht. Manche kommen gar nicht wieder von diesem Macht-Film runter.

 

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