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Konservative Rebellen Die neue Qualität der Ludditenbewegung
zeigte sich wie bereits erläutert in ihrem hohen Organisationsgrad. Sie
schlossen sich in Gruppen zusammen und erhielten Unterstützung von Seiten
der einheimischen Bevölkerung. Sie gingen gezielt vor und wählten ihre
Opfer mit Bedacht aus und sammelten zudem Geld für ihre Sache. Maskiert
oder verkleidet, sich über Zeichen verständigend, erschienen sie plötzlich
in bewaffneten Gruppen mit Kommandeuren, wobei oft einer in der Anführerposition
sich als General Ludd zu erkennen gab. Jeder Angriff offenbarte somit
ein hohes Maß an Planung und methodischem Vorgehen. Für die Verlierer
des Prozesses der Maschinisierung oder für die, die sich als solche empfanden,
war es eben ein leichterer Schritt, sich zu organisieren. Will man die
Ludditen nun als sichtbares Zeichen eines reibungsvollen historischen
Übergangs von einer gesellschaftlichen Ordnung zu einer neuen verstehen,
dann darf man nicht vergessen, dass sowohl das paternalistische Modell
ein Ideal war wie auch das Modell des freien Marktes nie in Reinkultur
im 19. Jahrhundert existiert hat. Luddismus ist weder en vogue
(die Web-Site der so genannten Neo-Luddisten ist seit einiger Zeit tot),
noch hätte er irgendeine Aussicht auf Erfolg. Wenn man aber ihre Geschichte
kennt, so erinnern doch die Demonstranten in Argentinien, die durch ihre
wirtschaftliche Notlage mit ihren Protesten automatisch politisch agieren,
in manchen Mustern an die Ludditen und das Schlagen der Töpfe, diese a-tonale
Protestmusik, an die "rough music" der Protestler - aber das bedürfte
einer weiteren Arbeit.
Text: Erik Piltz |
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