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DJ-Russlandverschickung für den club|debil
Mitte November (2006) hatte
ich das Glück, für etwas mehr als eine Woche in Russland, genauer
gesagt in Weißrussland und in der Russischen Förderation weilen
zu dürfen. Anlass waren zwei Gothic-Festivals - eins in Minsk, eins
in St. Petersburg, bei denen ich den Plattenunterhalter spielen sollte.
Also reiste ich denn im Auftrage des Kultur Aktiv e.V. in einem ersten
Schritt in die belorussische Hauptstadt - alles natürlich per Zug.
Das ist immer noch der billigste und angenehmste Weg (es gibt auch noch
einen Bus). Dort angekommen, nahm mich Irina, die Organisatorin des Festivals
in Empfang und brachte mich zu ihrer Wohnung. Das Hochhaus lag mitten
in einem Neubaugebiet, die anhaltende Beneblung (nicht meiner Person sondern
der Umgebung) sorgte dafür, dass mir das Ganze eher trübe in
Erinnerung blieb. Überhaupt leben die meisten Menschen östlich
von uns eher beengt und es ist immer eine große Leistung, wenn sie
sich unsereins auch noch in die Hütte holen. Wir sind da schon reichlich
verwöhnt und unter 50 Quadratmeter pro Nase fühlen wir uns eingesperrt.
Wohnen ist ein Luxus, den man sich auch leisten können muss
St. Petersburg hatte
nicht nur architektonisch mehr zu bieten. Erst einmal wurde mir schlagartig
klar, dass ich in einer Millionenstadt war: Überall Autos und Menschen,
die durch die Gegend hasten. Überfüllte U-Bahnen, die hier Metro
heißen, Lärm und Gestank. Das setzte mir eingangs sehr zu und
so brauchte ich mehrere Tage, bis ich mit der Stadt einigermaßen
"warm" wurde. Anfangs war ich mir auch sicher, mich niemals
in diesem ganzen Chaos zurechtfinden zu können, doch mit Hilfe eines
Stadtplans und ein wenig Übung gelang es mir dann doch. Etwas nervig
waren die fehlenden Straßenschilder, so dass ich oftmals sinnlose
Wege in Kauf nehmen musste, bis mir auffiel, dass ich doch auf dem falschen
Wege war. Wer dazu noch solch ein Orientierungskünstler ist wie ich,
der hat es nicht leicht, allein klar zu kommen. Zum Glück kann ich
wenigstens die kyrillische Schrift lesen, meine acht Jahre sozialistische
Schulbildung waren jedoch von wenig Nutzen. Die St. Petersburger Freunde
lachten meist über meine unglücklichen Versuche russisch zu
sprechen, da ich mit der Betonung fast immer daneben lag und dabei häufig
etwas Lustiges produzierte. Also stoppelte ich mich mit Englisch und gelegentlich
mit Deutsch durch die Gegend. Wenn ich etwas kaufen wollte, musste ich
es meist zeigen. Da wird einem erst einmal klar, wie sich ein des Deutschen
Unkundiger hierzulande fühlt. disorder
Mein Dank gilt dem Kultur Aktiv e,V., der die Reise möglich machte, sowie, Irina und Pavel in Minsk, Leonid und Aleksander in St. Petersburg, Yana & ihren Bandkollegen, Anja, Dima und allen anderen, deren Namen meinem schlechten Gedächtnis schon wieder entfallen sind.
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