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"Erschreckenderweise sind 37% der
Kinder und Jugendlichen in den USA zu dick und zwei von drei Erwachsenen sind
übergewichtig oder fettleibig. Mittlerweile sind auch in Deutschland die Zahlen
alarmierend: Jedes fünfte Kind ist nach Untersuchungen der Deutschen Gesellschaft
für Ernährung bereits übergewichtig."
(aus dem Infomaterial zu "Supersize Me")
In Amerika grassiert eine "Fettepidemie".
Den "staatlichen" Organen fällt dazu nichts weiter ein, als die Schultern
zu heben und auf neue Medikamente zu hoffen. Filmemacher Morgan Spurlock nimmt
den Herrschaften die Arbeit ab und betreibt Ursachenforschung. Dass Fast Food
und wenig Bewegung an der Verfettung der amerikanischen Gesellschaft einen
entscheidenden Anteil haben, ist zweifelfrei schnell festgestellt, doch Spurlock
geht einen Schritt weiter: Er schreitet zum Selbstversuch. Der kerngesunde
New Yorker will sich einen Monat lang ausschließlich von McDonalds-Produkten
ernähren. Morgens, mittags und abends.
So zieht Spurlock denn von einem Fast Food-Restaurant zum nächsten und stopft
sich mit den superfetten, zuckerdurchseuchten und brutal überproportionierten
Köstlichkeiten voll. Anfangs scheint das Ganze noch wie ein Spaß. Abgesehen
von seinem ersten Supersize-Mahl, von dem er aufgrund der Fülle kotzen muss,
geht es ihm gut. Mit fortschreitendem Experiment verschlechtert sich der Gesundheitszustand
des Testers, seine Leber- und Cholesterin-Werte nehmen bedrohliche Ausmaße
an, die Ärzte raten ihm aufzuhören. Doch Spurlock hält eisern durch.
Was auf den ersten Blick wie eine skurrile Idee wirkt, macht Sinn: "Supersize
Me" entlarvt das perfide Wirken der Nahrungsmittelindustrie. Schon im Kindesalter
werden Konsumenten geworben. McDonalds betreibt vielerorts den einzigen verbliebenen
Spielplatz. Kindgerechte Gerichte und Spielzeugzugaben verstärken den Drang
der Jüngsten zum Fast Food, ganz zu schweigen von der endlosen Fernseh-Werbung
für all die klebrigen Freudenspender. Das setzt sich in den Schulen fort.
Statt ausgewogener Nahrung bieten die Kantinen Abgepacktes und Vorgefertigtes
an, ohne nennenswerte Mengen an Vitaminen und Ballaststoffen, davon aber voller
Zucker. Einen Sportunterricht als Ausgleich gibt es kaum noch. Und so geht
es weiter. Wer einmal am Tropf der Nahrungsmittelindustrie hängt, kommt nicht
mehr los. Für die "Super Heavy Users" gibt es immer größere Portionen, zwei
Liter Cola-Becher, 800g Pommes, ein halbes Schwein auf den Tisch. Und die
Kunden fressen alles in der festen Überzeugung sich etwas Gutes zu tun. Vielleicht
können sie ja auch gar nicht mehr anders, denn wie Spurlocks Versuch zeigt,
stellen sich nach einiger Zeit Suchterscheinungen ein. Ob es ausreicht, wie
vom Filmemacher gefordert, die Kalorientabellen offen in den Läden auszuhängen
sei einmal dahin gestellt. Das ganze System von Nichtwissen aufgrund fehlender
Gesundheitserziehung und ständiger Verführung lässt sich so nicht aushebeln.
Ein Anfang wäre das immerhin. Aber da sei die Wirtschaft davor! Was sollte
denn aus unserer Gesellschaft werden, wenn ein Großteil der Menschen sich
plötzlich gesund von frischen Obst und Gemüse ernähren wollte. Was würde aus
der industriellen Landwirtschaft, den Pharmakonzernen, die all die Krankheiten
behandeln und nicht zuletzt aus den Convience Food-Herstellern und Schokoriegel-Fabrikanten…
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