Lithopaedion - Lithopaedion (CDR, Ambimorpheous Recordings)

Die CD beginnt wenig appetitlich mit Kotzgeräuschen, die zum Mitmachen animieren. Aus dem Hintergrund schiebt sich langsam eine wenig variable, leicht romantische Keyboardmelodie hervor, die dann wieder von allerhand unangenehmen Geräuschen überdeckt wird. Dazu gibt es ein seltsames Knistern, wie von einer völlig übersteuerten Tonspur.
Der einmal begonnene Weg setzt sich auch bei den folgenden Titeln fort. Alles wirkt seltsam zurückgenommen, ständig erwartet man einen Ausbruch, doch das Album bleibt sehr ruhig. Das sorgt für ein gewisses Unbehagen beim Hören. Wohlfühlmusik ist das wirklich nicht. Kein Wunder, schließlich steht Stephen Petrus von Murderous Vision hinter Lithopaedion . Wie bei seinem Hauptprojekt erschafft er auch hier mit sparsamen Mitteln akustische Horrortrips, kalte, fast leblose Klanglandschaften. Nur das letzte Stück "Depression #3" bricht aus diesem etwas aus, indem es wesentlich heftiger daherkommt.
Insgesamt ist zu konstatieren, dass Lithopaedion nicht unbedingt als Musik im eigentlichen Sinne zu verstehen ist, sondern wohl vielmehr als Soundtrack zu einem sehr finsteren Film. Zu "You have no control" wird der auch mitgliefert. Tierexperimente und andere medizinische Versuche treffen auf afrikanische Rituale und Bilder von Impfkampagnen - alles in Schwarz-Weiß. Was der "Sinn" dahinter ist? Schwer zu sagen, wirklich angenehm ist es nicht.

Titel:
1. Lithopaedion 1.0
2. You have no control
3. Lithopaedion 3.0
4. Lithopaedion 4.2
5. Lithopaedion 5.0
6. May Their Eyes Be Darkend (So They Cannot See)
7. Depression #3

 


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