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Sonderausstellung
"Keine Gewalt!" Revolution in Dresden 1989
22.07.2009 bis 10.01.2010


Quelle: Museen der Stadt Dresden

"Es ist möglich, miteinander zu reden." Mit diesen Worten beschrieb die Journalistin Uta Dittmann in der Tageszeitung Die Union das Ende der Sprachlosigkeit und den Aufbruch zum Dialog im Herbst 1989 nach den Tagen der Gewalt.

Am Abend des 8. Oktober 1989 waren friedliche Demonstranten auf der Prager Straße von Sicherheitskräften eingekesselt worden. In dieser Entscheidungssituation brachte der Wille zur Gewaltlosigkeit, den Kaplan Frank Richter auf der Straße und Superintendent Christof Ziemer im Rathaus vermittelten, den Durchbruch. Noch auf der Prager Straße wurde die Gruppe der 20 als Vertreterin des Volkes gebildet. Am 9. Oktober 1989 fand das erste Gespräch zwischen der Gruppe der 20 und Oberbürgermeister Wolfgang Berghofer als Repräsentant des SED-Machtapparates statt.

Die Dresdner Entscheidung zum Dialog verbreitete sich wie ein Lauffeuer in der Republik und stellte die Vorentscheidung für den friedlichen Verlauf der Revolution in der gesamten DDR dar.

Der besondere "Dresdner Weg" zur Demokratie, der in den folgenden Monaten mit machtvollen Demonstrationen auf den Straßen und in zähen Verhandlungen mit der SED in den Räumen der Macht durchgekämpft wurde, steht im Mittelpunkt der Sonderausstellung. Darüber hinaus wird der gesamte Prozess des demokratischen Wandels der Stadtgesellschaft in den letzten beiden Jahrzehnten des 20.Jahrhunderts in den Blick genommen.

Die höchst bedeutsame Rolle der Stadt in den achtziger Jahren wird über jene Strategien zur Bewältigung der Gesellschaftskrise erzählt, die in den großen Dresdner Milieus entworfen wurden. Im wichtigsten und einzig staatsfernen Milieu, dem der Kirchen, entstanden oppositionelle Gruppen, die allmählich in den Stadtraum hinein wirkten. Der Ökumenische und Konziliare Prozess war von einem breiten Diskurs begleitet, der zum Entwurf einer neuen Gesellschaftskonzeption, fixiert im Dresdner Abschlussdokument, führte. Die Strategie der SED, Liberalisierungstendenzen mit der verstärkten Überwachung der Bevölkerung zu koppeln und so ihre Macht zu sichern, findet ebenso Berücksichtigung wie der Auszug der Künstler aus den staatlichen Institutionen und das Bemühen der Techniker und Ingenieure, unter den Bedingungen der vom internationalen Austausch abgekoppelten Staatswirtschaft das Funktionieren der Wirtschaft sicherzustellen. Von Unfreiheiten, Ungleichheiten und den Gegenstrategien der Bürger berichten Objekte aus der Alltags-, Sonderversorgung und Schattenwirtschaft, Eingaben, Reisegenehmigungen/-verbote, Ausreisevorgänge, Blicke in den Stadtraum und auf die Umwelt, sowie Exponate, die von Militarisierung, Hochrüstung und Wahlfälschung berichten. Nicht fehlen werden Dresdner Themen wie das "781-jährige Stadtjubiläum" 1987. Eine zentrale Rolle nimmt das Gedenken an den 13. Februar ein, in dessen Schutz die Opposition in den öffentlichen Raum hinaustrat, der Dialog mit der Macht eingeübt und jene Formen der Demonstrationskultur gefunden wurden, die im Herbst 1989 aufgenommen werden sollten.

Der abschließende Teil der Ausstellung widmet sich dem Entstehen der neuen Stadtgesellschaft in den neunziger Jahren – den erkämpften Freiheiten, den neuen Möglichkeiten und dem wieder erwachten Bürgersinn, aber auch den Verlusten und jener Anpassungsleistung, welche die früheren DDR-Bürger vollbringen mussten. Protagonisten der Revolution und Vertreter der großen Dresdner Milieus schauen in Interviews zurück auf ihre eigene Biografie, auf die Revolution und die Wandlungen innerhalb der Gesellschaft.

Kunst und alternative Kultur in Dresden vor und nach '89
24. September 2009 - 17. Januar 2010

OHNE UNS! www.ohne-uns-dresden.de
Mi 30.9. | 20 Uhr | riesa efau | Motorenhalle videoabend |
| Studentenfilme der Hochschule für Film und Fernsehen der DDR Konrad Wolf 1979/80+88

 

 

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